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Minako Seki
Tanz und Choreographie
Kitt Johnson
Einstiegs-Choreographie
Gustav Gisiger
Bühnenskulpturen,
Projektionen, Lichtkomposition
Majo Ussat
Mitarbeiter Bühne und Projektionen
Zam Johnson
Musik und Live-Realisation
Uwe Renken
Licht und Installation
Dagmar Hess, Regine Weckesser
Kostüm
Hervé Maillet
Fotografie
Installationsperformance
Dauer: 1h 10Min
Wenn sich in dir ein hungriger
Parasit mit seinem gierigen Schmatzen bemerkbar macht, der
von deinen Erinnerungen lebt, so gib ihm auch deinen Körper
zu essen, bis er immer größer werdend bald alles von dir verschlungen
hat. Dann lass' ihn tanzen. Das ist alles.
In dieser Inszenierung wird erstmalig der Versuch unternommen,
den Live Tanz (Minako Seki) und die Reflexions Skulptur 'Jena'von
Gustav
Gisiger szenisch miteinander zu verbinden.
Inhaltlicher Schwerpunkt der Choreographie ist die Thematisierung
des Verhältnisses zwischen dem linearen, geschichtlichen Fortschreiten
als Wahrnehmung individueller Existenz (Tanz) und dem Entwurf
der zyklischen, periodischen Bewegung im Maschinellen (Reflexions
Skulptur).
Thema: MENSCH SEELE MASCHINE UNIVERSUM. Die Tänzerin beschreitet
einen Weg durch eine freierdachte Seelenlandschaft mit unterschiedlichen
Durchgangsstationen, die mit Titeln wie Tropfsteinhöhle, Spinne,
Bambuswald, Niemandsland überschrieben werden könnten.
Minako Seki, eine in der Deutschland bereits bekannte und
hier lebende, freischaffende Tänzerin und Choreographin aus
Japan, entwickelte ihren Tanz zu Beginn der Probenzeit mit
Kitt Johnson, einer weit herumreisenden Tänzerin und Choreographin
(Berlin, Stockholm, Portugal, Italien, Korea, Japan etc.).
Minako Seki verfolgt in den letzten Jahren einen eigenen Weg
im Butoh Tanz. Ihre Art der Auffassung von Choreographie und
ihr Tanz verhilft dem oben beschriebenen Ansatz künstlerisch
und tänzerisch auf eine ideale und inspirierende Weise zum
Ausdruck.
Als Live Musiker konnte der Schlagzeuger Zam
Johnson (Los Angeles/Berlin) gewonnen werden.
Idee, Bühneninstallation Skulptur Projektionen sind von Gustav
Gisiger. Das Licht gestaltete Uwe Renken. Das Kostüm für Minako
Seki entwarf die Bremer Künstlerin Dagmar Hess.
Die Inszenierung wurde Schritt für Schritt in Annäherungsproben
von Dez. 1997 bis Dez. 1998 in Bremen realisiert. Uraufführung
war im Januar 1999.
Die Produktion wurde gefördert durch: Senator für Bildung,
Wissenschaft, Kunst und Sport, Bremen Fonds Darstellender
Künste aus Mitteln des Bundesministeriums des Innern.
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Technisches
Merkblattt
Bühne:
Gerüst im Hintergrund (ev.Rollgerüst) Höhe: 4 5 m
Befestigung für Expander in einer Höhe von ca. 5 6 m, und
unten auf einer Höhe von 50 cm o. am Boden.
Befestigungsmöglichkeit für Scheinwerfer im Bühnenbereich
über der Szene und seitlich Podesterie siehe Grundriss (hier
1 x2m Platten)
Ganzer Bühnenraum schwarz o. mit schwarzem Molton ausgeschlagen
Befestigung für Vorhang rechts (Vorhang vorhanden)
1 Stehleiter und 1 Wand 1 x2m
Stromversorgung:
mind. 1 x63 Ampere auf 432 Ampere und Verteilung auf Schuko.
Beleuchtung (Mindestanforderung):
Pult mind. 18 Kanäle
8 x 500W Fresnel
2 x 1 OOOW PC o. Fresnel o.Profiler
8 x 650W 1 OOOW Profiler
2 x Pars/Short CP62 Flood o. 2 einzelne Rampen
Ton:
Eine dem Raum entsprechende PA
1 Mischpult 16 Kanal
2 CD Player
1 MiniDisc
Presse
Zweifel an der Wirklichkeit
Minako Seki und Gustav Gisiger in Bremen
Von
Alexandra Albrecht
Eigentlich ist es nur ein karger Raum: Auf dem Boden liegen
abgetretene graue Teppichfliesen, die Wände sind mit schwarzen
Laken verhängt. Doch wenn das Deckenlicht verlöscht und Gustav
Gisigers Lichtmalerei über die Wände und die Installation
aus schräg in den Raum hineinragenden Expanderbändern läuft,
nimmt das Auge nur noch ein virtuoses Spiel mit Farben
wahr. Gustav Gisiger, Minako Seki und Zam Johnson haben am
Wochenende an drei Abenden in sogenannten Werkstattaufführungen
ihr Projekt Imagine I vorgestellt.
Über die Expanderbänder, die wie Streben von der Bühne bis
zur Decke gezogen sind, laufen verschiedene Farben, deren
Wechsel der Betrachter kaum wahrnimmt ein raffiniertes Spiel
mit der Vergänglichkeit, demonstriert anhand des Lichts. Uberhaupt
wird das Auge ständig hinters Licht geführt. Mal tut sich
hinter den Streben Tiefe auf, dringt die Farbe weit in den
Raum hinein, dann sieht es wieder so aus, als wenn die Bänder
eine Projektionsfläche bildeten, die kein Licht hindurchläßt.
Scheinwerfer, die den Raum hinter den Bändern beleuchten,
erzeugen die Tiefe, verlöschen sie, bleibt nur die vordere
Fläche sichtbar (Licht: Uwe Renken). Gisiger läßt den Betrachter
an der eigenen Wahrnehmung zweifeln, nie ist man sich sicher,
ob das, was man sieht, wirklich ist und fragt sich zugleich,
ob man alles sieht, was ist.
Ein Wesen beginnt sich hinter den Bändern zu bewegen, und
wieder dauert es einige Zeit, bis das Bild an Kontur gewinnt.
Es ist die Butho Tänzerin Minako Seki, die schräg im Raum
hängt und sich langsam durch die Bänder auf die Zuschauer
zu bewegt. Sie trägt einen weißen, mit Stacheln besetzten
Anzug (Dagmar Hess), der sie wie eine Mischung aus Insekt
und Kastanie aussehen läßt. Über ihr Gesicht und ihren Körper
huscht das Licht, sie ist bewegter Mensch und Reflexionsskulptur
zugleich.
Kitt Johnsons Choreographie thematisiert mit dem Tanz von
Minako Seki lineare Entwicklung als Ausdruck individueller
menschlicher Existenz. Die Tänzerin tritt in das Dunkel zurück
und in einem zweiten Teil der Aufführung: kommt die Maschine
ins Spiel. Gisigers Skulptur Jena dreht sich ohne Unterlaß,
der menschlichen linearen Bewegung wird die zyklische, sich
ständig wiederholende Drehung entgegengesetzt. Über die weißen
Stäbe der :Skulptur ergießen sich die Farben der Diaprojektionen,
wiederholt entsteht eine menschliche Figur auf dem sich drehenden
Gerät, die sich sogar zu bewegen scheint. Mit dem Computer, der die verschiedenen
Diaprojektoren steuert,
erzielt Gisiger diese Effekte .
So wie Kinder bunte .Wachsbilder schwarz übermalen und dann
Konturen auskratzen, bearbeitet Gisiger seine geschwärzten
Farbdias. Dieses Verfahren ermöglicht die Brillianz der Farben.
Durch das exakte Zusammenspiel der einzelnen Komponenten entsteht
ein umfassendes sinnliches Vergnügen. Zam Johnson hat die
Begleitmusik für die Aufführung komponiert, eine Collage aus
Geräuschen, meditativen Klängen und stark rhythmischen Passagen,
die er live spielt.
Zur Jahrtausendwende möchte Gisiger eine große Ausführung
seiner Reflexionsskulptur Jena auf dem Wasser präsentieren,
doch noch fehlen die Mittel für das Projekt. Die jetzt vorgestellte
Produktion wurde von der Kunstsenatorin und aus dem Fonds
Darstellender Künste aus Mitteln des Bundesministeriums des
Innern gefördert.
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