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Minako Seki
Tanz
und Choreographie
Zam Johnson
Komposition
Nils Willers
Lichtdesign
Mido Kawamura
Kostüm
Shinichi Momo Koga
Choreographie, Coaching
Dauer der Performance: ................... 60
Minuten ohne Pause
Premiere: ................................ 2003,
Fletch Bizzel, Dortmund
Wir alle hängen mit dem Kopf nach unten
von dieser bunten,
bunten Welt,
wo nur die Schwerkraft uns oben am Boden hält.
Das Leben ist ein langer, langer Traum,
wir baumeln dazwischen
im Zwischenraum
und schauen staunend vom Erdenball
ins große
unendliche Weltenall.
Zwischen den Stühlen sitzen, wer kennt
nicht diesen Zustand? Da ist die Seite, dort ist die andere.
Beide Seiten kann man sehen, man kennt sie, vielleicht sogar
zu gut, aber man kann oder viel mehr man will sich nicht entscheiden.
Es ist die berühmte Zwickmühle, egal auf welche Seite die
Wahl fallen wird, man wird etwas verlieren, meistens einen
Menschen, den man verletzen wird, der sich dann verraten fühlt.
Das will man jedoch nicht und bleibt irgendwo in der Mitte
bis, ja bis plötzlich etwas passiert und es sich entscheidet,
manchmal bist du aktiv, oft passiv daran beteiligt. Es hat
sich entwickelt und die Situation löst sich. Doch bis dahin
ist es ein seltsamer Zustand, man fühlt sich einfach dazwischen
im Ungewissen, zwischen den Welten zwischen den Zeiten zwischen
den Menschen.
Dancing Between wurde bisher aufgeführt in:
Wackerfabriktage Ramstädt, Darmstadt, Berlin, Dortmund, Trier, San Francisco, Buenos Aires, Seattle, Sierre/Schweiz, Vina del Mar/Chile, Conception/Chile, Santiago de Chile, Danzig, Breslau, Pisa, Lerici/Italien, London
Fotos von Klaus Vogel |
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Technische
Vorraussetzungen:
Bühnengröße:
mindestens 6x8 Meter
schwarzer Tanzteppich
schwarzer Raum
Licht:
18 Kanal Lichtmixer
normales Theaterlicht
Ton P.A.
2 CD-Player
1 Minidisc-Player |
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Presse
Dienstag,
2. März 2004
Hände
suchen ihren Weg
Tanztheater „Dancing Between" mit Minako Seki im Darmstädter
Hoffart Theater
DARMSTADT. Auf der Suche nach uns selbst bewegen wir uns stets
zwischen zwei Polen. Zwischen diesen Polen liegen die Facetten
unseres Wesens. In ihrem Stuck „Dancing Between", das die
japanische Butoh Tänzerin Minako Seki am Sonntagabend im Hoffart
Theater aufführte, schöpft sie die Bewegungs- und Ausdrucksmöglichkeiten
dieses Zwischenraumes aufs Intensivste aus.
Auf die in Dunkelheit gehüllte Bühne fällt ein blasser
Lichtstrahl. Aus dem Nirgendwo schält sich eine zuckende Gestalt.
Wahrend die Augen des Betrachters versuchen, etwas Menschliches
an diesem Wesen auszumachen, möchte das Gehirn verstehen,
was das Auge wahrnimmt oder wahrzunehmen glaubt. Selbst als
das Licht die Bühne ausleuchtet und elektronische Klänge die
pulsierenden Bewegungen der Tänzerin verstärken, erscheint
das Gesehene noch immer unwirklich. Nur die beiden Stühle
auf der Bühne vermögen es, dem Auge Halt zu geben. Dann
setzt sich die drahtige Gestalt im silbernen Kostüm auf einen
Stuhl. Zwei Hände suchen sich ihren Weg über den Rücken.
Sie scheinen nicht zu dem Körper von Minako Seki zu gehören.
Das hektische Rascheln auf dem Stoff, das Klappern des Stuhles,
auf dem sich die Tänzerin gegen diese Hände zur Wehr zu setzen
versucht, erzeugt alleine beim Zuschauen eine Anspannung,
der zu entgehen kaum möglich ist.
Butoh entpuppt sich trotz der meist minimalen, abstrakten
Bewegungen, als ein Tanz von gewaltiger Intensität. In die
kurze Stille bricht erneut Musik, die Minako Seki zwischen
den beiden Stühlen hin and hertreibt. Als wiirde sie
von unsichtbaren Kräften angezogen and abgestoßen, läuft sie
mal in diese, mal in die entgegengesetzte Richtung. Wie in
einem Film, der immer schneller abgespielt wird, beschleunigt
sie ihre sich wiederholenden Bewegungsabläufe, bis sie zu
einem zuckenden Bündel wird kurz vor der Explosion. Doch
hinter dem scheinbaren Chaos steckt indes Methode. Dank ihrer
Körperbeherrschung kann die Tänzerin ihr Gesicht mimisch immer
neu verwandeln oder am ganzen Leib zittern and beben. Die
musikalischen Klangsphären eröffnen im Verlauf der einstündigen
Aufführung weite interpretatorische Räume. Wie Blitzlichter
huschen die eindrucksvollen Sequenzen vorbei, und nur ein
Wimpernschlag vermag es, die Atmosphäre völlig zu verändern.
Nie eindeutig, aber doch deutlich erzählt Minako Seki von
eigenen und fremdbestimmten Ängsten, vom Hören und Gehorchen,
von Wunsch und Zwang and den jeweiligen Zwischenräumen und
Schwebezuständen, die der Titel „Dancing Between" andeutet.
Genau dort, in der Schwebe zwischen Entzücken und Verwirrung,
in der Unentschlossenheit des Seins lässt Minako Seki den
Betrachter zurück.
..................................................................................................ADT
Montag,
12. Mai 2003
Tanz zwischen einer inneren
and einer äußeren Welt
Minako Seki tritt mit „Dancing Between" auf.
Mit einem vom Stil des Butoh geprägten SoloTanzabend hat Minako
Seki eine sechsteilige Veranstaltungsserie der Tanz and Theaterwerkstatt
in der Karlskaserne eröffnet, die auch an den beiden kommenden
Wochenenden mit Performances (am 17. and 18. Mai), Improvisationstheater
(am 23. Mai) and einer Orientalischen Nacht (am 24. Mai) fortgesetzt
wird. Die renovierte Kleine Bühne war der ideale Ort für Minako
Sekis Solo Auftritt. Zwei diagonal versetzte, hell angestrahlte
Stühle auf quadratischem Podium, das von den schwarzen
Eisensäulen des ehemaligen Pferdestalls begrenzt wird: zwischen
ihnen bewegte sich die zierliche, ungeheuer dynamische Tänzerin
wie in einem Minenfeld gegensätzlicher Impulse. Zwischen Puppe
und Roboter Unglaublich, wie ausdrucksvoll Minako Seki mit
ihrem Körper arbeitet. Zunachst strömt es wellenartig durch
ihn, bis sich alles in ihm zusehends verkrampft, sogar die
Augen starr gegeneinander gerichtet, and die Tänzerin wie
eine Puppe, wie ein Roboter zwischen beiden Stühlen rotiert.
Jeder einzelne Körperteil bekommt da seinen eigenen Ausdruckswert,
seine eigene Funkti. on. Ein Arm wird wie eine leblose Krücke
hin- und hergeschoben. Die Knie scheinen in einem furiosen
Zittern zu zerspringen. Der Kopf will in alle Himmelsrichtungen
wegschleudern. Und plötzlich ist wieder eine totale Ruhe und
nach innen gerichtete Konzentration in diesem Körper, der
aber sofort wieder von außen bedroht erscheint. Der Körper
als Instrument „Dancing Between" beschreibt als Stücktitel
diesen Zwischenraum von innen and außen, den die Tänzerin
nur selten etwas konkreter macht. Zum Beispiel, wenn sie sich
in Model Pose in Szene setzt und den eigenen und fremden sexistischen
Erwartungen nicht entspricht. Seki, die seit 1986 in Berlin
lebt und das erste japanisch deutsche Butoh Ensemble mitbegründel
hat, benutzt ihren Korper wie ein modernes Instrument, das
auch feinste and grellste Vibrationen zum Ausdruck bringen
kann. Sie selbst erklärt das so: „Ich sehe viele Punkte, die
einen Kreis bilden. Diese Punkte sind Räume, Gefühle,
Erinnerungen, Bilder Imaginationen. Mit meinem Tanz will ich
genau die Momente zwischen diesen Punkten finden."
Dietholf Zerwech
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Photos by Ian Winters, San Francisco



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