...........................................................................Maciej Rusinek


Geboren 1954 in Poznan (Polen), Theaterwissenschaftler, Philologe und Reprofotograf. Von 1979-1986 arbeitet er mit dem ,,Theater des Achten Tages" in Posen zusammen, seit 1987 lebt und arbeitet er in Frankfurt am Main.

Seine fotografischen Arbeiten sind in verschiedenen Zeitschriften publiziert worden, u.a. in Res Publica (Warschau), Czas Kultury (Posen). Fotografien aus Kreta sind in das Lyrik-bändchen ,,Smierc wizjonernow" ("Tod der Visionäre") von Jan Kasper (Obserwator-Verlag Posen 1993) aufgenommen.

1992 erhielt Maciej Rusinek einen Preis im dem Fotografiewettbewerb ,,Leica Augenblicke" der Zeitschrift ,,MAX'

1994 in dem ,,Third America Photo Readers' Contest" für den Bereich der journalistischen Fotografie.

Die fotografischen lnteressen von Maciej Rusinek bewegen sich in einem weiten Spektrum von Reportagen im weitesten Sinne über Landschafts- bis zur Porträtfotografie. Auch ein sehr persönlicher, emotionaler Zugang zu Musik, Theater und zu verschiedenen Formen des Tanzes findet einen Ausdruck in seiner fotografischen Suche.

Eine große Rolle in der Herstellung der ungewöhnlichen fotografischen Bilder von Maciej Rusinek spielen die neuesten Technologien zur elektronischen Verarbeitung von photographischem Material. Insbesondere bei den Landschaften sieht man die Fülle der neuen Möglichkeiten, wenn man für den Ausdruck der ,, Informationen' die ursprünglich in einem traditionellen Diapositivfilm kodiert waren, einen Tintenstrahldrucker benutz. Deswegen nennt Maciej Rusinek die endgültige Fassung seiner fotografischen Versuche ,,Photoprint".








Schau noch mal zurück

Wenn die beiden Helden in Nicolas Roegs mittlerweile schon klassischen Film ("Wenn die Gondeln Trauer tragen") durch die Straßen Venedigs hasten, laufen sie durch eine Stadt, die geheimnisvoll, bedrückend und quälend ist. Die Photos von Maciej Rusinek zeigen uns ein Venedig, das nicht weniger geheimnisvoll ist, doch fühlen wir uns durch das Geheimnis nicht bedroht, sondern sehen darin eher das Rätsel der Schönheit, an der uns der Künstler teilhaben läßt. Rusinek zeigt Kanäle, Lagunen, Gebäude und Brücken, die fast menschenleer im natürlichen, verschwommenen, nebligen Tageslicht liegen, oder manchmal von einer einzelnen Laterne beleuchtet werden. Dennoch schafft er es, den Eindruck eines warmen, einladenden Ortes zu vermitteln. Das hat sicherlich mit seiner speziallen Art zu sehen zu tun, aber auch mit seiner technischen Meisterschaft. Die Bilder, die eigentlich monochromatisch, doch paradoxerweise, voller Farbe sind, zwingen uns immer und immer wieder in sie zurückzuschauen.

Grzegorz Sowula

In den Fotoarbeiten von Maciej Rusinek ist die gebannte Emotionalität ein zentrales Thema. Seine Werke zeugen von der intensiven Beschäftigung mit der Welt des Tanztheaters.Die schwarzweiß fotografierten Szenen sind Momentaufnahmen, die sich weit von einer rein dokumentarisch motivierten Fotografie entfernen.Rusinek hält den Augenblick fest, um aus ihm sein Bild zu erarbeiten.Durch Grobkörnigkeit und lange Belichtungszeit, die eine eigentümliche Unschärfe verursacht, unterstreicht er den malerischen Aspekt des entstandenen Bildes und läßt die Bewegungsdynamik zur Geltung kommen.Die Vergänglichkeit, das Momenthafte, Fließende eines Augenblicks stehen im Mittelpunkt seines lnteresses.Die zeichnerischen Strukturen, die durch die extreme Belichtung zustande kommen, unterstreichen diesen Aspekt und lassen eine atmosphärisch dichte, durch den starken Schwarz-Weißkontrast mitunter unheimliche Spannung entstehen. Gleichzeitig wird die Gebärde, der mimische Ausdruck eines Augenblicks gebannt und somit erstarrt eine Sekunde eines ganzen Bewegungsablaufs zu eigenwilliger Aussagekraft. Rusinek stellt so einerseits die hohe Künstlichkeit der Szene, aber andererseits deren zutiefst menschliche Essenz heraus»

(Beatrix Tichelman aus der Eröffnungsrede von "Coincidence XIV",Kulturzentrum Ignis Köln, 8.05.1998)