Intensiv-Workshop zur Seki Methode
Zur Seki Methode
Die Beobachtung physikalischer, natürlicher Phänomene und die Kraft der Imagination sind die Grundlagen von Minako Sekis Tanz-/Körpertechnik – Die „Seki Methode“.
Einfache, alltäglich zu beobachtende physikalische Phänomene, wie die Gravitation, bilden für sie die Basis jeder Bewegung. Durch die Gravitation kann der Mensch laufen, bei jedem Schritt fällt er, wie alle Dinge auf der Erde, in Richtung Erdmittelpunkt.
Der Körper ist aus ihrer Sicht ein mit Wasser gefülltes Gefäß, dasdurch die Gravitationskraft gehalten, von der Erde herabhängt. Hängend ist der Körper entspannt, frei beweglich und in der Lage, Impulse aufzunehmen und umzusetzen.
Die hängende Position nennt sie „Universal Position“. Das „Hängen“ ist ihre innere Grundeinstellung im Tanz.
Dabei geht sie von der Idee aus, dass der Tänzer bewegt wird. Beobachtet man zum Beispiel ein Stück Stoff, das vom Wind bewegt wird, verändert sich nach einer Weile die eigene Wahrnehmung: Wird nicht vielleicht der Wind vom Stoff bewegt? Über die Sinneswahrnehmung sammeln wir bewusst und unbewusst Informationen die wir filtern und in unsere Vorstellungswelt einbauen, die sich auch über den Körperausdrückt.
Inhalte und Fragestellungen des Workshops:
- Verhältnis des Körpers zu physikalischen Phänomenen (z.B. Gravitation):
Was sind die natürlichen Reaktionen des Körpers auf diese Kräfte?
- Körper und Raum (Präsenz):
Wie ist das Verhältnis von Körper und Raum?
Wie kann die Präsenz im Raum / auf der Bühne verstärkt werden?
- Imagination: Wie kommt man von Bildern zum Tanz?
- Gesten/Charaktere: Wie kann man Alltagsgesten in abstrakte Bewegungen übersetzen?
- Kompositions- und Improvisationstechniken:
Wie komme ich von einer Idee zu einem Stück?
Weitere wichtige Inhalte sind, die Arbeit mit Emotionen und Intuition, die Auseinandersetzung mit dem rationalen und irrationalen Körper, mit Bewusstsein und Unterbewusstsein,
um die Kreation von Bewegungen zu unterstützen
und den Körper für Bewegungsimpulse zu öffnen.
Teilnehmer
Der Workshop richtet sich an darstellende Künstler im Bereich Theater, Tanz, Bewegung, die bereits fundierte Erfahrung in ihrer Sparte besitzen.
Anmeldung und Information
Bewerbungen bitte mit kurzem CV, einem Motivationsschreiben bis zum 30.10. an: mail@minakoseki.com
We Are Hanging From The Earth
Der Schwanz, der vom Steißbein hängt, heißt Undertale.
Der Schwanz, der vom Halskranz hängt, heißt Uppertale.

Beide Schwänze sind Gewichte. Man kann sie sich auch vorstellen als Anker oder Lot.
Under- und Uppertale geben ihre Gewichte zur Mitte der Erde ab.
In der Vorstellung sind sie aus Eisen oder Gold gemacht.
Man kann einen Stock in seiner Hand balancieren, so dass er senkrecht steht.
Genauso balanciert der Mensch, ähnlich wie der Stock auf der Handfläche, sich in Bezug zur Erde aus. Wenn der Mensch sein Gewicht zur Erde gibt, wird er von der Erde gestützt.
Man kann ein rohes Ei auf dem Boden in die Senkrechte stellen.

Das rohe Ei ist innen flüssig, deshalb kann man es austarieren, bis es steht. Der Mensch hat in seinem Körper ebenfalls Flüssigkeit, etwa 60-80%. Deshalb kann auch der Mensch durch seine Flexibilität Balance halten und er kann stehen, sitzen, laufen etc.
Bitte versuchen Sie, ein rohes Ei senkrecht zu stellen, mit etwas Geduld wird es gelingen.
Alle Dinge, alles Material auf der Erde hat die Tendenz, Richtung Mittelpunkt der Erde zu fallen. Das heißt Gravitation. Durch die Gravitation kann der Mensch laufen, bei jedem Schritt fällt er in Richtung Erdmittelpunkt. Stellen Sie sich vor, die Erde vom Kosmos aus, anzuschauen. Von dort sieht es so aus, als ob die Menschen, Tiere, Bäume, Häuser, also alles Leben und jedes Ding von der Erde herabhängt. D.h. sowohl Eier wie auch Menschen hängen mit ihren Flüssigkeiten von der Erde herab.
Sitzen ist genauso wie das Ei, das von der Erde herunterhängt. Du sollst vom Steißbein aus das Gewicht des Undertales fühlen, dass sein Gewicht zum Mittelpunkt der Erde abgibt.
Das Uppertale soll der hängenden Linie des Undertales folgen.
Das Körpergefühl entspricht dabei zwei Eiern, die übereinander gelagert sind.
Viele Menschen spüren ihren Körper oft auf der Vorderseite, so dass der Nacken abknickt und das Kinn nach oben ragt. Wenn das passiert, verliert der Mensch, ähnlich wie das Ei, die Balance. Deshalb ist es wichtig, die hängende Linie des Uppertales immer wieder neu zu spüren, zu kontrollieren und neu auszurichten.
Das Wort „gerade sitzen“ besitzt in Deutschland eine sehr steife Vorstellung, auf Grund von Erziehung und Vergangenheit. Aber eigentlich bedeutet es, dass wir von der Erde herabhängen.